Die Zukunft des Stromversorgungssystems ist dezentrale, d. h. das Netz muss der dezentralen Erzeugung angepasst werden. Die Elektrizitätswerke Schönau testen deshalb vor Ort und im Kleinen, wie ein erneuerbares Energiesystem der Zukunft funktionieren kann: mit Photovoltaikanlagen von Bürgern in Schönau und umliegenden Gemeinden, umweltverträglichen Salzwasser-Batteriespeichern, hocheffizienten Blockheizkraftwerken, zum Beispiel dem eines EWS-Mieterstromprojektes und mit einer hochmodernen Steuerungssoftware.
Der Bau neuer Stromtrassen von Nord nach Süd gilt als entscheidend für die Energiewende, muss jedoch aus obigem Grund kritisch hinterfragt werden. Benötigt man diese in der geplanten Kapazität überhaupt, wenn die Atomkraftwerke und die ersten Kohlekraftwerke, die hauptsächlich nördlich des Mains liegen, vom Netz gehen?
Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung >> Energie, Verkehr und Umwelt<< am DIW sagt Folgendes: „Die Netzbetreiber verdienen mit der Stromdurchleitung ihr Geld und wollen möglichst viele Netzmeter verkaufen. Sie werden also immer und überall zum maximalen Netzausbau raten. Die Netzbetreiber sind strategisch eng verbunden mit den Betreibern der Kohlekraftwerke. Gemeinsam kämpfen sie für maximalen Netzausbau und für die Betriebsverlängerung alter Kraftwerke“.
Mit jeder neuen Solaranlage auf einem Dach in unserer Gemeinde verringern wir die Abhängigkeit von Großkraftwerksbetreibern und Netzbetreibern. Es geht um nichts Geringeres, als ein dezentrales, bürgernahes Energiesystem auf Basis erneuerbarer Energien zu schaffen. Dafür setzen sich unser Partner, die Elektrizitätswerke Schönau, und die Edingen-Neckarhausener Ökostromer*innen ein. (RS)